Die Geschichte von:
Max und das kleine Kaninchen

In einem kleinen abgelegenen Ort in Sachsen, wohnte Max, ein kleiner aufgeweckter, gerade mal 5 Jahre alter Junge mit blonden Locken. Seine Eltern und er wohnten auf einen Bauernhof und seine Welt war die Natur. Egal ob bei schönen oder schlechten Wetter stromerte er auf dem Gelände herum, um immer wieder neue Dinge zu erkunden.
Da gab es zum Beispiel eine alte Scheune, in der ein kleiner Abstellraum war, wo jede Menge alte gesammelte Dinge zu finden waren. Angefangen von einem ausrangierten Vogelkäfig, über Fahrradersatzteile, alte Eimer, Farbe, eine Holztruhe mit Klamotten, zwei Heuballen, bis hin zu Holzlatten, diverses Werkzeug und einer alten Liege. Dieser Raum hatte es Max angetan und immer wenn es ihm langweilig war, zog er sich dorthin zurück.
Max hatte auch einen kleinen braunen Kuschelbär, mit dem er immer schlief und den er über mit hinnahm, egal wo er sich auch gerade aufhielt. Diesen Bär hatte er vor einem Jahr von seinem Opa geschenkt bekommen und er war für Max auch ein kleiner Trost und Ersatz für seinen Opa, denn vor einem halben Jahr war sein Opa an einer Lungenentzündung gestorben. Er war schon 82 Jahre und für Max ein ganz besonderer Mensch, denn er nahm ihn überall mit hin und er erzählte ihm oft lustige Geschichten. Auch lernte er von seinem Opa, welche Bäume, Pflanzen und Tiere es gibt, und was sie für Geräusche machten. Oft gingen die Beiden zusammen im Wald spazieren und Opa Bruno zeigte ihm die verschiedensten Tiere, wo sie lebten und wie sie wohnten.
Als sein Opa starb, brach für Max die Welt zusammen und sein kleiner Teddy bekam den Namen Bruno. Seitdem trug er seinen braunen Kuschelbär immer bei sich und wenn er mal traurig war, sprach er mit ihm und erzählte ihm seinen Kummer, den er gerade hatte.
Max Eltern hatten viel Arbeit, denn auf einem Bauernhof gibt es schließlich immer viel Arbeit. Sein Vater hatte eine große Werkstatt, wo er Traktoren und verschiedene Geräte aus der Landwirtschaft reparierte. Dazu kam eine große Obstplantage und eine kleine Hühnerfarm, die bewirtschaftet werden musste. Max Mutti machte den gesamten Haushalt und verkaufte verschiedene Dinge in einem kleinen Laden, den sie auf dem Bauernhof hatte. Manchmal half Max seinen Eltern, indem er zum Beispiel täglich die gelegten Eier einsammelte oder auf der Obstplantage, das heruntergefallene Obst aufhob und in Körbe ablegte. Diese Arbeit machte ihm viel Spaß, doch wenn er keine Lust mehr dazu hatte, dann verzog er sich in die Scheune.
Dort hatte er sich eine richtige kleine gemütliche Ecke eingerichtet. Auf die alte Liege hatte Max ein paar Decken und Kissen draufgetan, und davor hatte er zwei Holzkisten als Tisch hingestellt. Ringsherum war eine Leine gespannt, wo er mit Wäscheklammern alte Vorhänge befestigt hatte. Um für das leibliche Wohl zu sorgen, stand ein Korb mit verschiedenen Obst und kleinen Naschereien neben der Liege. Schließlich hatte ja Max auch ab und zu mal Hunger oder Appetit, wenn er den ganzen Tag an der frischen Luft verbrachte. In seiner kleinen Ecke fühlte er sich immer wohl und dort war es ihm nie langweilig. Oft spielte er mit seinen Holztieren und seinem großen Holz-Auto, was er mit Heu, Nägel oder Schrauben belud. Manchmal schlief er sogar auf der Liege ein und dann träumte er immer von einem weißen Häschen, was sprechen konnte und mit dem er durch das ganze Dorf lief, wo ihn alle Leute mit seinem Wunderhäschen bestaunten. Doch leider waren es immer nur Träume und wenn Max wieder aufwachte, war er traurig, weil das Häschen nicht mehr da war.
Doch eines Tages geschah das große Wunder, denn als er eines Morgens nach dem Frühstück in den Hühnerstall ging um die Eier einzusammeln, sah er plötzlich hinter einer Latte etwas weißes schimmern. Langsam schlich sich Max vorsichtig heran und da entdeckte er plötzlich ein weißes kleines Kaninchen mit feuerrote Augen. Max blieb vor Staunen der Mund offen, denn das war doch das Häschen aus seinem Traum. Vor Freude vergaß er natürlich die Eier einzusammeln, schnappte das kleine Kaninchen, versteckte es unter seiner Strickjacke und rannte schnell in sein kleines Versteck in der Scheune. Doch was nun? Wo sollte er es denn jetzt hintun, dass es nicht ausreißen kann? Da sah er plötzlich den großen Vogelkäfig und schnell kam ihm die Idee, das Häschen dort hinein zu setzen. Nun konnte es erst einmal nicht mehr ausreißen. Gleich zog er etwas Heu von den Heuballen heraus und legte es in den Käfig. Sein Häschen sollte sich ja wohl fühlen und durfte auch nicht verhungern. Außerdem fand er auch noch eine kleine Schüssel, die er mit etwas Wasser füllte. Als Max alles fertig hatte, legte er sich auf den Bauch und betrachtete nun sein Wunderhäschen. Dann sprach er: " Na du…, schön, dass du endlich da bist und dass ich dich gefunden habe. Bist du mein Wunderhäschen? Bleibst du jetzt immer bei mir und gehen wir jetzt immer zusammen spazieren, so wie es mein Opa immer mit mir gemacht hat? Wie soll ich dich eigentlich nennen?" Schnell verging die Zeit und plötzlich rief seine Mutti zum Mittagessen.
Oh,…nun aber schnell noch die restlichen Eier einsammeln und ab in die Küche zum Mittagsschmaus, dachte Max. Denn er wollte doch niemanden sein Geheimnis verraten. Schließlich war es sein Wunderhäschen und keiner sollte wissen, dass es nun wirklich existiert. Beim Mittagessen fiel Max ein, dass ja sein Häschen auch gern Salat isst und schwupp die wupp, ließ er gleich mal seinen Salat in die Hosentasche wandern. Zum Mittag gab es nämlich als Beilage, Blattsalat, Möhrenstreifen, Kohlrabi und Petersilie. "Genau das Richtige!" Max hatte gar keinem Hunger, denn er war voller Ungeduld, schnell wieder in die Scheune zu kommen. So schlang er das Mittagessen schnell hinunter und schnell wie der Wind war er wieder aus dem Haus und bei seinem neuen Freund in der Scheune. Er gab nun seinem Häschen den Salat und überlegte sich einen Namen. "Wie möchtest Du heißen? Wunderschön? Schneeflöckchen? oder Wollknäulchen?" Max überlegte hin und her, bis ihm plötzlich eine Idee kam. Sein Wunderhäschen muss vom Himmel gefallen sein, wie eine Wolke, deshalb nannte er es "Wölkchen". Als er vor dem Käfig den Namen laut aussprach: "Wölkchen!", sprang das Häschen auf einmal ganz wild herum, als würde es sich darüber freuen.
Der Name war perfekt und ab diesem Zeitpunkt waren Max und Wölkchen die besten Freunde. Unterdessen hatte Max für Wölkchen auch eine Leine, damit die Beiden zusammen spazieren gehen konnten und sein Häschen nicht davon hoppelte. Doch schon nach wenigen Wochen hüpfte Wölkchen ganz brav neben Max umher. Auch brauchte er keinen Käfig mehr, denn sein Wunderhäschen hörte aufs Wort und begleitete Max überall mit hin.
Unterdessen kam Max in die Schule und als er am Morgen seinem Wölkchen tschüss gesagt hatte und in die Schule lief, bemerkte er gar nicht, dass Wölkchen ihm heimlich hinterher hoppelte. An der Schule angekommen, sah Max plötzlich, dass Wölkchen neben ihm stand. Was sollte er nun machen? Er hatte keine Zeit mehr, es nach Hause zu schaffen, denn bald begann der Unterricht. Also steckte er es heimlich in seine Tasche und nahm es einfach mit in die Schule. Keine Lehrer und Schüler bemerkten es, denn Wölkchen verhielt sich ganz leise. Doch endlich kam die große Hof-Pause und Max ließ es endlich aus seiner Tasche hüpfen. Alle Kinder staunten, lachten und freuten sich, denn Wölkchen sprang lustig umher und spielte mit ihnen. Als es klingelte, weil der Unterricht weiterging, sprach Max zu Wölkchen: "Du musst jetzt hier auf mich warten und wenn ich dann Schulschluss habe, gehen wir zusammen nach Hause." Die Kinder lachten Max aus, denn das würde nie funktionieren, weil das Häschen bis dahin schon lange weg wäre. Max war traurig, dass sich die Kinder lustig über ihn machten, doch er glaubte an Wölkchen, denn es war ja sein "Wunderhäschen" und es würde nie ohne ihn davonhoppeln. Als der Unterricht nun vorbei war, ging Max auf den Schulhof und rief Wölkchen: "Wölkchen, wo bist du? Wir wollen jetzt nach Hause gehen!" Alle Kinder lachten ihn aus und zuerst dachte er auch, es sei weg, doch dann sprang es plötzlich aus einer Hecke hervor und hüpfte zu Max, blieb vor ihm sitzen und als Max sagte: "Komm Wölkchen, wir gehen jetzt nach Hause", hoppelte es vergnügt neben Max her und allen Kindern blieb vor Staunen der Mund offen. Seitdem lachte die Kinder Max nie wieder aus und er hatte viele Freunde.
Zwar konnte Wölkchen nie reden, so wie es Max damals immer geträumt hatte, aber es war schon ein kleines Wunder, denn die ganzen Leute und Kinder im Dorf, bestaunten Max und seinen kleinen Freund sehr. Max war darüber sehr glücklich und sie lebten noch viele schöne Jahre zusammen und irgendwann bekam Wölkchen Babys und auch sie war immer glücklich.

Damit endet meine kleine Geschichte.