K R A N K H E I T

Begriff und Erklärung der Krankheit "Swyer-James-Syndrom"

Das "Swyer-James-Syndrom" ist eine unheilbare Atemwegserkrankung mit Einschränkung der Lungenfunktion. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis oder vergleichbar mit Mukoviszidose, jedoch ohne Bauchspeicheldrüsenproblem.

Man muss sich vorstellen, die Atemluft wird über die Bronchien zu den Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet. Die Bronchien sind am Anfang sehr dick und verzweigen sich immer mehr (ähnlich wie ein umgedrehter Baum dessen Äste immer kleiner werden). An den Enden befinden sich die Lungenbläschen (vorstellbar wie die Blätter des Baumes). Diese Lungenbläschen nennt man Alveolen.

Insgesamt hat der Mensch ca. 300 Millionen dieser Lungenbläschen und jedes einzelne Lungenbläschen ist von Blutgefäßen umgeben, die für den Gasaustausch sorgen. Die Bronchien werden immer verzweigter und enger. In den Bronchien sind kleine Häärchen, die die eingeatmete Luft stets anfeuchten und durch ihre Bewegungen die eingeatmeten Pollen, den Staub oder die Bakterien beim Ausatmen nach außen befördern. Diese Flimmerhäärchen und die Schleimhäute sind jedoch sehr empfindlich und reagieren auf jegliche Reizstoffe wie zum Beispiel Rauch oder Umweltschmutz. Bei dem "Swyer-James-Syndrom" sind viele der unteren kleinen Lungenbläschen nicht mehr da. Betroffen ist bei dieser Krankheit meistens die linke Seite der Lunge. In den Bronchien setzt sich Schleim ab, der nur schwer wieder herausgelangt. Der Schleim nimmt zu und dadurch kann der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid nicht mehr so funktionieren, wie bei einem gesunden Menschen. Die Lungenfunktion wird dadurch immer schlechter, das Immunsystem wird mehr und mehr geschwächt und es kommt zu einer Mehrbelastung des Herzens. Außerdem können sich in dem verbleibenden Schleim Viren und Bakterien besser einnisten, wodurch es schneller zu Infekten kommt.

Um mit dieser Krankheit leben zu können, muss man versuchen, den Schleim zu lockern und ihn aus dem Körper heraus zu transportieren, indem man nach genauer Anweisung des Arztes regelmäßig Medikamente einnimmt, die notwendigen Inhalationen richtig macht und Vorbeugungstherapien mit Antibiotika sowie Physiotherapien durchführt, um damit eine Stabilisierung zu erreichen. Wichtig dabei ist die Erlernung der Autogenen Drainage, einer speziellen Atemtechnik, mit der man den Schleim lockern und abtransportieren kann. Vorbeugungsmaßnahmen wie Grippeschutzimpfungen (Influenza) oder die Impfung gegen Pneumokokken sind ebenfalls erforderlich.

Kommt es jedoch trotzdem zu einem Grippalen Infekt mit erhöhter Temperatur, sollte man sofort vorbeugend Antibiotika einsetzen, um weitere bakterielle Entzündungen in der Lunge zu verhindern. Jede zusätzliche ernsthafte Erkrankung der Atemwege kann für einen Patienten mit dem Swyer-James-Syndrom lebensbedrohlich sein. Heilbar ist diese Krankheit nicht, weil die kleinen Lungenbläschen nicht wieder herstellbar sind, doch man kann bei Einhaltung aller Therapien und Medikamentenverordnungen die Krankheit aufhalten. Je weniger Infekte, desto günstiger die Chance zum Stillstand der Krankheit. Kann die Krankheit nicht aufgehalten werden, bleibt dem Patienten nur die Chance auf eine Lungentransplantation.

zurück zur Startseite